Allgemein Gesundheit Wie war´s bei uns ?

Von Perfektionismus und Selbstzweifeln…

Ich sitze an meinem Schreibtisch und beginne diesen Post zum fünften Mal. Immer wieder schreibe ich und lösche ich, schreibe und lösche… Hier und da fehlen Buchstaben und meine Finger sind nicht so locker, wie sie sein sollten. Als würden sie ahnen, dass das Thema tief in mir sitzt und nicht so richtig zum Vorschein kommen will. Und schon bin ich mittendrin: in meinem Perfektionismus und meinen Selbstzweifeln…

Will ich perfekt sein ?

Gerade als ich wieder dabei bin innerlich aufzuzählen, was heute wieder nicht geklappt oder ich wieder nicht geschafft habe, lese ich den Artikel von Lotte&Lieke: Mompositivity: mit Superkräften gegen den inneren Kritiker in uns. Ich lese sehr langsam, denn jeder Satz bringt mich zum Nachdenken.

Wenn ich andere Mütter mit ihren Kindern sehe muss ich häufig lächeln. Weil sie glücklich aussehen. Wenn ich andere Mütter sehe komme ich selten auf die Idee, dass auch sie Makel haben wie ich. Dass zuhause das Chaos herrscht und diese Mutter nachts drei Stunden Schlaf abbekommt, wenn es gut läuft… Ich muss zugeben, dass es mir gut tut von Sarah zu lesen: “Ich komme zu nichts. Ich krieg das alles einfach nicht auf die Reihe. Es kann doch nicht immer nur darum gehen IRGENDWIE den Alltag zu überleben. Warum schaffen alle anderen das, nur ich nicht?”

Ja, warum zur Hölle schaffen es alle anderen nur ich nicht !? Diese eine Frage stelle ich mir tatsächlich häufig. Und das Verrückte daran ist, dass Außenstehende zu mir sagen: “Wie schaffst Du das nur alles !?” Doch was mache ich !? Sitze abends vor meiner ToDo-Liste und frage mich, warum nicht alle Punkte abgehakt sind…

Vorstellung und Realität

Mein Tag, wie er sein könnte:

  • Ich wache ausgeschlafen und gut gelaunt auf, hüpfe voller Energie ins Bad und sehe nach 10 Minuten wie das blühende Leben aus.
  • Ich mache die Kinder fertig und wir müssen nicht darüber diskutieren, ob wir wirklich die Haare kämmen und die Zähne putzen müssen.
  • Ich zaubere die Brotdose schlechthin, mit Obstspießchen und so.
  • Während die Kinder in Schule und Kindergarten sind gehe ich einkaufen, wasche, putze, sauge und wische. Alle Räume. Gründlich.
  • Ich koche ein vitaminreiches und vollwertiges Mittagessen, wir machen die Hausaufgaben ohne Gemotze und danach verbringe ich Quality-Time mit den Kindern.
  • Abends sitze ich bei einem Glas Wein mit meinem Mann auf der Couch, wir erzählen ausgelassen über unseren Tag und verbringen exklusive Paar-Zeit.

Mein Tag, wie er wirklich ist:

  • Ich höre den Wecker und frage mich, ob ich überhaupt geschlafen habe. Ich fühle mich, als wäre ich magnetisch mit meinem Bett verbunden und quäle mich ins Bad. Der Blick in den Spiegel lässt mich erschrecken und ich denke darüber nach, ob Concealer ab einer bestimmten Menge schädlich ist.
  • Die Kinder haben auch diese Magnete. Dann wollen beide lieber spielen statt sich anzuziehen. Und überhaupt ist Haare kämmen echt doof und Zähne putzen muss man auch nicht, weil man nachts ja nix gegessen hat. Mit einem hektischen Blick auf die Uhr eile ich mit den Kinder an den Frühstückstisch.
  • Jetzt ist auch noch der lilafarbene Löffel in der Spülmaschine ! Jesus ! Ein Drama in drei Akten… Für die Brotdose gibt es heute zwei Scheiben Toast von vor drei Tagen, Käse und einen Schrumpel-Apfel. Schon so spät !? Wir müssen los…
  • Ich bin wieder zuhause. Schnell noch einen Kaffee und kurz schauen, was die Insta-Gemeinde macht. Nach trölfzig Insta-Stories versacke ich bei Facebook bevor ich dann endlich anfange.
  • Ich muss das Kind holen. Saugen !? Check. Aufräumen !? Check. Beim Arzt anrufen !? Einkaufen !? Mails beantworten !? Muss ich dann wohl auf später verschieben…
  • Zum Mittagessen gibt es Nudeln mit Soße. Geht schnell und ist immer zuhause.
  • Am Abend sitze ich im Arbeitszimmer, erledige einige Punkte auf meiner Liste – alle schaffe ich längst nicht mehr – und falle irgendwann müde ins Bett.

Das hab´ ich gut gemacht !

Die Folge meiner hohen Ansprüche an mich selbst !? Unzufriedenheit. Und Selbstzweifel. Ich kann in so vielen Dingen das Positive sehen, doch bei mir selbst fällt es mir häufig schwer. Wenn ich dann abends darüber nachdenke, was ich wieder nicht geschafft habe ärgere ich mich. Ich bin frustriert und genervt von mir selbst. Doch wenn ich dann mal genauer hinschaue, gibt es einiges, was ganz gut läuft:

  • Trotz Heulattacke schaffen wir es immer pünktlich aus dem Haus.
  • Ich beantworte 90% meiner Mails am selben Tag.
  • Ich verpeile keine Termine und bin immer überpünktlich, trotz voller Windel kurz vor der Abfahrt.
  • Das große Chaos herrscht von außen betrachtet wirklich nur sehr selten.

Mal locker machen…

Meine neueste Erkenntnis: auch wenn es in meinen Augen noch so chaotisch ist – die Welt dreht sich weiter. Und wenn ich mich abends faul auf die Couch lege ist die Spülmaschine am nächsten Morgen immer noch voll. Macht aber nix… Daher mein Vorsatz: Dinge auch mal liegen lassen und mir selbst ab und zu mal fest auf die Schulter klopfen und denken: “Mensch, das eben war der Knaller.”

Ihr habt Tipps für mehr Gelassenheit !? Immer her damit ! Euch geht es ähnlich !?

Alles Liebe,

Berenice

 

 

10 Comments
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24. Oktober 2017
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24. Oktober 2017

10 Comments

  • Linda

    Toller Beitrag! Ich habe die Selbstzweifel schon vor einiger Zeit beschlossen abzulegen und bekomme auch das mit der Gelassenheit inzwischen gut hin. Nicht immer, aber es wird immer besser. Das Wichtigste ist in meinen Augen sich nicht mit anderen zu vergleichen. Das kann nie gut gehen, denn wir sehen sowieso immer nur das, was wir sehen wollen. Mein letzter Blogpost passt thematisch übrigens ganz gut zu dem Thema, vielleicht hast du ja mal Lust vorbeizuschauen!
    Liebe Grüße
    Linda

    • Phinabelle

      Liebe Linda, in Gelassenheit muss ich mich auch üben… Das fält mir tatsächlich noch schwer – ich kann nicht in Ruhe sitzen, wenn irgendwo noch Chaos ist. Furchtbar… Muss mich wohl einfach mal auf die Couch zwingen 😉
      Liebe Grüße, Berenice

  • Berdien

    Genau SO! Genau so geht es mir! Ich fühle mich, als würde ich den Alltag überleben… leider schaffe ich es bis zum 3.11. nicht mehr, aber irgendwann werde ich auch noch darüber schreiben.
    Liebe, schwesterliche, Grüße
    Berdien

    • Phinabelle

      Du Süße… Wir müssen uns in 2018 unbedingt treffen 🙂 Und wenn ich nach Mexiko kommen muss 😉 Sag mir unbedingt Bescheid, wenn Ihr einen Besuch hier plant ! Ganz liebe Grüße, Berenice

  • michaela

    Ach du Süße. Ja so fühle ich mich auch fast jeden Tag und hey, Du schreibst mal eben nebenbei noch tolle Blogartikel. Mega Leistung!! Es gibt keine perfekte Mama wie im Märchen aber du Visum für deine Kinder perfekt, so wie du eben bist. Denke immer daran, sie lieben dich! Heute ist auch wieder mein Lieblings-Stresstag der Dienstag. Darüber habe ich neulich auch geschrieben. Alltagswahnsinn am Dienstag bei http://www.mamablog-mamamichi.com lg Michaela

    • Phinabelle

      Es tut so gut zu hören, dass es Dir auch so geht. Die Kinder bringen einen wirklich immer runter. Neulich sagte die Große: “Mama, Du hast einen riesigen Pickel im Gesicht! Aber ist ja nicht so schlimm, ich finde, Du bist trotzdem die schönste Mama.” Pipi in meinen Augen und alles war gut… Hoffe, wir sehen uns bald wieder 🙂

  • Britta

    Hallo, toll geschrieben, welche Mama kennt das nicht? Hier meine Tipps für mehr Gelassenheit: https://fulltime-mami.blogspot.de/2017/09/entspannte-mama-entspanntes-kind.html?m=0

    • Phinabelle

      Super, danke Dir ! Aus der Situation rauszugehen bringt oft wirklich schon einiges…
      Liebe Grüße…

  • Chris

    Liebe Berenice,

    das kommt mir alles sehr bekannt vor! Ich komme seit Jahren auch nicht dahin, dass es so ist, wie ich es gern hätte. Ich habe die perfekten Mütter in meinem Umkreis – das geben sie zumindest vor. Und ich denke immer, dass kann man doch gar nicht schaffen. Ich schaffe es nicht, dass mein Haushalt perfekt ist und ich habe mich aber auch schon vor einiger Zeit davon verabschiedet, dass es perfekt sein muss. Meine Priorität liegt darin, dass ich die Kinder in schulischen Dingen unterstütze, dass ich arbeite und trotzdem Zeit mit meinen Lieben verbringe. Alles andere geht schon irgendwie …

    Liebe Grüße
    Christine von Pretty You

    • Phinabelle

      Du hast so recht… Man muss den Fokus auf die wirlich wichtigen Dinge legen – und dazu gehört nicht der staubfreie Boden oder die glänzenden Fenster. Vieles wirkt nach außen perfekt, aber eigentlich sieht es ganz anders aus… Vielen Dank für Deine Worte <3
      Liebe Grüße, Berenice

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