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Zwei Kindern gerecht werden – funktioniert das ?

Meine Freundin ist gerade schwanger mit dem zweiten Kind. Und natürlich stellt sie sich Fragen wie: „Wie wird unser Alltag aussehen ?“ und „Kann ich überhaupt beiden Kindern gerecht werden ?“. Auch Sarah von mamaskind, die gerade ihr drittes Kind bekommen hat, denkt darüber nach und ruft zur Blogparade auf: Wie kann ich meinen Kindern gerecht werden ? Genau diese Fragen habe ich mir vor gut zwei Jahren gestellt. Heute habe ich einige Antworten gefunden…

Zwei Kindern gerecht werden !?

Meine beiden Töchter haben einen Altersunterschied von exakt vier Jahren. Die Kleine ist gerade zwei geworden und die Große wird in wenigen Tagen sechs. Aktuell spielen sie sehr oft zusammen, aber das war nicht immer so…

Als meine kleine Tochter geboren wurde, war meine Große knapp vier und ich werde nie ihre Frage vergessen, als wir aus dem Krankenhaus nach Hause kamen: „Schläft das Baby jetzt auch hier !? Bringen wir das nicht ins Krankenhaus zurück !?“ Im völligen Hormonchaos sagte ich den Tränen nahe: „Natürlich schläft das Baby hier. Sie gehört doch zu uns.“ Ich hatte das Gefühl, alles falsch gemacht zu haben. Die Große fühlt sich abgeschoben und wird ihre Schwester nie lieben können. Und die Kleine spürt das sicherlich und wird ganz unglücklich. Oh Gott, was habe ich getan !?

Aber schon in den nächsten Tagen wurde es besser. Viel besser. Die Große hat gemerkt, dass das Baby gar nicht so schlimm ist und sie als große Schwester auch gebraucht wird. Sie hat mir beim Wickeln geholfen und der Kleinen all ihre Bücher präsentiert. Denn logischerweise bekommt das Baby in den ersten Wochen und Monaten die meiste Aufmerksamkeit und steht an erster Stelle. Teilweise bestand mein Tagesablauf aus Stillen, Wickeln und Essen. Das Gute daran: die Große konnte ich überall integrieren. Beim Stillen haben wir vorgelesen und unser Spaziergang führte uns meistens zum Spielplatz um die Ecke. Und dennoch war ihre Exklusiv-Zeit mit mir von heute auf morgen fast völlig verschwunden. So nutzte ich jede Minute, die das Baby schlief, um Zeit mit der Großen zu verbringen. Wir spielten, bastelten oder kuschelten einfach nur.

Zwei Kinder, zwei Bedürfnisse

Je mobiler die Kleine dann wurde, umso schwieriger wurde es wieder. Sie wollte alles erkunden und entdecken und machte auch vor den Spielsachen der Großen nicht halt. Die Kleine schlief weniger und man musste sie immer in Auge behalten. In dieser Zeit musste meine Große oft zurückstecken und Zeit zu zweit hatten wir eigentlich nur abends kurz vorm Schlafengehen.

Kinder im Alter von einem und fünf Jahren haben völlig unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse und ich bin oft an meine Grenzen gestoßen. Täglich zeigte sich das schlechte Gewissen, den Kindern nicht gerecht zu werden. Oder meinem Mann. Oder mir.

Es wird besser…

Heute klappt unser Familien-Alltag gut und meistens kann ich sagen: ja, ich werde meinen Kindern gerecht. Morgens sind beide in der Kita. Am Nachmittag sind wir oft im Garten, bauen Duplo oder schauen uns Bücher an bzw. lesen vor. Das alles mögen beide sehr und spielen auch oft miteinander. Die Große bezieht ihre Schwester oft mit ein und beide haben Spaß miteinander. Immer mal wieder ist ein Kind bei der Oma und ich verbringe Exklusiv-Zeit mit der anderen. Das genießt vor allem die Große sehr. Und ich auch.

Auch abends gehen die Zwei zeitgleich ins Bett. Sie putzen gemeinsam ihre Zähne und wir lesen zusammen vor. An einem Tag ein Buch der Großen, am anderen Tag darf sie die Kleine ein Buch aussuchen.

Ich habe mir früher große Sorgen gemacht, weil vier Jahre zwischen meinen Kindern liegen. Aber ich kann heute sagen: es klappt ganz wunderbar und ab und zu finde ich auch Zeit für mich.

Alles Liebe,

Berenice

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Warum ich eine BabyKind-Mama bin
Geschwister – unterschiedlich und dennoch gleich

 

 

 

 

6 Comments
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6 Comments

  • Lara

    Das klingt sehr gut, ich habe ja immer Respekt vor der Entscheidung ein zweites Kind zu bekommen. Und so wirklich warm werde ich nicht mit der Idee. Aber ich denke ein Abstand von 4 Jahren hört sich und dazu deine Erzählungen ganz super an. 🙂
    Liebe Grüße,
    Lara

    • Phinabelle

      Ich finde es jetzt in vielen Situationen mit zwei Kindern einfacher 🙂 Das hätte ich vorher auch niemals gedacht… Aber der Altersunterschied ist wirklich super.
      Ganz liebe Grüße,
      Berenice

  • Steffi

    Liebe Berenice,
    da ich im September ja auch unser zweites Kind bekomme, mache ich mir darüber auch schon große Gedanken. Finn ist dann 5,5 Jahre alt, also schon sehr selbstständig, was es sicher einfacher macht, aber ich möchte auch noch viel Zeit mit ihm alleine verbringen, wenn es möglich ist. Wir wollen auch gerne nochmal in Elternzeiturlaub fahren, da kann ich mich um beide gut kümmern.
    Grüße, Steffi

    • Phinabelle

      Ich glaube auch, dass es gerade am Anfang schwierig ist. Aber wie Du sagst, wenn die Kinder schon größer sind verstehen sie die Situation besser und beschäftigen sich auch mal alleine. Und die Exklusivzeit genießen sie umso mehr 🙂 Ich wünsche Dir alles Gute und eine tolle Restschwangerschaft 🙂
      Liebe Grüße, Berenice

  • Sarah

    Hallo Berenice,

    danke für den Beitrag. 🙂
    Genau *diese* Gefühle hatte ich auch: wie soll das werden mit den Jungs und vier Jahren Altersabstand? Es wurde bei uns auch erst besser zwischen den beiden, als der Kleine spielkompatibel wurde – ein fast gleichberechtigter Parter für den Großen.
    Und mit den dritten Kind stehe ich bald wieder vor der Frage: wie wird das werden. Die Zeit wird es lösen hoffe ich. 🙂
    Liebe Grüße
    Sarah

    • Phinabelle

      Sehr gerne, ein tolles Thema. Ich glaube, manchmal machen wir uns einfach zu viele Gedanken. Klar, am Anfang war es hart für die Große, aber die beiden sind ein Herz und eine Seele und wenn ich Ihr von der Anfangszeit erzähle, kann sie es gar nicht glauben 🙂
      Ganz liebe Grüße, Berenice

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