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Die Rotzlöffel-Republik

Ein ziemlich gewagter Titel, wie ich finde: „Die Rotzlöffel-Republik – Vom täglichen Wahnsinn in unseren Kindergärten“ ist das Werk von Tanja Leitsch und Susanne Schnieder. Die beiden Autorinnen beschreiben den Alltag in unseren Kindergärten und zeigen anhand vieler Beispiele wie es wirklich läuft. Als Coach und Kita-Leitung sprechen die Frauen quasi direkt von der Front und berichten, wo der Schuh drückt. Das Buch erschien im April 2017 im ecowin Verlag und ich bedanke mich für das Rezensionsexemplar.

Der Inhalt

Worum es in diesem Buch geht ist schnell erzählt: um den Alltag in deutschen Kitas. Es geht um Bildungspolitik, überforderte Eltern und kranke Erzieher. Der Leser bekommt einen Blick hinter die Kulissen, zu den Dingen, die man normalerweise nicht mitbekommt. Wir bringen unser Kind morgens in die Betreuung und holen es am Nachmittag wieder ab. Doch was passiert in den Stunden dazwischen !? So einiges, wie die Autorinnen berichten: es geht um die Verletzung der Aufsichtspflicht, den permanenten Personalmangel und bekloppte Eltern. Ja, das muss man einfach sagen, wenn man so manche Seite liest. Da darf der zweijährige Klaus-Peter* entscheiden, wie denn nun das Baby in Mama´s Bauch heißen soll. Oder Lara-Marie*, die nachts noch ins Bett gekotzt hat, darf morgens selbstverständlich in die Kita gehen, wenn sie das möchte. Um dann der Erzieherin das Frühstück vor die Füße zu spucken. Da fragt man sich doch, wie weit die Mitbestimmung in manchen Familien denn geht…

Das Buch berichtet aber auch von krasseren Sachen: verwahrloste Kinder, die Zwickmühle der Erzieherinnen und sexueller Missbrauch – unter Kindern.

*Namen geändert

Das Fazit

Das Positive zuerst: ich finde es sehr gut, dass die Autorinnen ehrlich berichten, was sie täglich erleben. Und es ist wirklich traurig, dass bildungspolitisch einiges im Argen liegt. Der Personalmangel bei den Erziehern ist immens. Warum !? Schon die Ausbildung ist nicht sonderlich attraktiv: viele Jahre für wenig Geld. Arbeit und Belastung werden immer größer, das Gehalt bleibt gleich. Ich verstehe den Frust der Erzieherinnen und habe großen Respekt vor diesem Beruf. Ich glaube, man muss wirklich mit Herzblut dabei sein, um diese Arbeit überhaupt machen zu können.

Doch jetzt zum Buch selbst: ich habe selbst zwei Kinder in unterschiedlichen Einrichtungen und mir persönlich gleitet das Buch zu sehr in Richtung Jammertal. Der Alltag im Kindergarten ist sicherlich hart – gar keine Frage – aber ist wirklich alles so schlimm !? Und sind wirklich so viele Eltern bescheuert !? Ein Kritikpunkt der Autorinnen ist beispielsweise, dass unsere Kinder zu früh funktionieren müssen und auf Leistung getrimmt werden. So wird kritisiert, dass die Kinder in der Gruppe ein Thema besprechen und dann, nach einigen Stunden, eine Urkunde bekommen wie „Der kleine Mülldetektiv“. Das sehe ich völlig anders. Ich sehe es auch so, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, sondern eben Kinder. Aber mal ehrlich: welches Kind ist denn nicht stolz, dass es ein Mülldetektiv ist, weil es den Müll so ordentlich trennen kann und weiß, dass man seinen Müll nicht einfach irgendwo hinwirft !?

Zu 100% unterschreiben kann ich auch, dass kranke Kinder nicht in den Kindergarten gehen. Punkt. Da gibt es keinerlei Diskussion. Allerdings ist mir auch ohne dieses Buch klar, dass der Lärmpegel in diesen Einrichtungen extrem hoch ist und dass Vierjährige diverse Fäkalwitze zum Besten geben können. Das weiß man auch bevor man Erzieherin wird. Darüber kann man mal stöhnen, aber das war´s dann auch. Als Friseur kann ich mich ja auch nicht ständig über nervende Kunden beschweren, denn dann hätte ich ins Büro gehen sollen, wo ich niemanden sehe. Ihr wisst was ich meine…

Abschließend kann ich sagen, dass ich froh bin um Krippe bzw. Kindergarten meiner Kinder: die Einrichtungen sind neu, nach allen Standards ausgestattet und die Erzieherinnen sind so herzlich, dass ich meine Kinder wirklich mit gutem Bauchgefühl abgeben kann. Wer also kleine Kinder hat kann das Buch durchaus lesen, um zu sehen, was wirklich abgeht.

Alles Liebe,

Berenice

Mehr von mir !?
Keine Kinder sind auch keine Lösung
Eltern, entspannt Euch

 

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