Allgemein Gesundheit

Nahrungsmittel- unverträglichkeit – Mein langer Weg zur Diagnose

Dass ich diesen Post jemals schreibe habe ich gar nicht für möglich gehalten. Mehr als ein Jahr lang ging es mir regelmäßig schlecht, richtig schlecht – und kein Arzt konnte mir sagen warum. Heute erzähle ich, wie alles begann und welche Wege ich bis zur Diagnose gegangen bin.

Wie alles begann…

Angefangen hat alles im Herbst 2015, also vor 1,5 Jahren. Es gab Tage, an denen mir einfach schlecht war und ich keinen Appetit hatte. Ich muss dazu sagen, dass meine Tochter zu diesem Zeitpunkt drei Monate alt war und ich die Übelkeit auf den Stress geschoben habe. Der Alltag mit zwei Kindern musste sich erst einspielen, außerdem waren wir auf Haussuche und dadurch viel unterwegs und überhaupt war alles ein bisschen viel. Ich dachte auch an die Hormone, die sich nach der Geburt wieder neu ordnen müssen.

Doch es wurde nicht besser. Im Gegenteil. Die Übelkeit wurde stärker. Und häufiger. An manchen Tagen ging es mir gut, doch es gab Phasen, in denen ich tagelang kaum etwas essen konnte. Das Gefühl, sich jeden Moment übergeben zu müssen, war permanent da. Und da merkte ich, dass es so nicht weitergehen kann. Ich vereinbarte einen Termin bei Hausarzt 1, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Der erste Arzttermin

In derselben Woche bekam ich noch einen Termin und schilderte meine Beschwerden. Die Antwort: ernüchtern. „Übelkeit kann viele Ursachen haben. Das ist nicht einfach ein gebrochenes Bein, wissen Sie. Wir checken Ihre Blutwerte – dann wissen wir mehr.“ Gut. Das ging dann so aus, dass ich meine Ergebnisse telefonisch erfragen sollte und direkt einen Tipp bekam: Eisenwerte zu niedrig, zweimal Infusion, ansonsten Tabletten. Dankeschön, auf Wiedersehen. So in etwa lief das Gespräch ab. Naja, schaden konnte es ja nicht, den Eisenspeicher wieder aufzufüllen, aber ob das wirklich der Grund war !? Eine Besserung war nicht in Sicht…

Von einem Arzt zum anderen…

Ich beschloss den Hausarzt zu wechseln, da ich mir nicht ernst genommen vorkam. Dort bekam ich neben der Blutuntersuchung einen großen Ultraschall des Bauchraums sowie einen Termin zur Magenspiegelung. Nichts. Alles in bester Ordnung. Und wenn Ärzte nicht weiter wissen kommt ja immer die Psychonummer: „Belastet Sie etwas ? Haben Sie Stress ?“. Klar hab´ ich Stress – ich hab´ zwei Kinder. Aber eben nicht mehr Streß als andere auch und nicht immer… Das wollte ich nicht als Ursache hinnehmen. Zumal ich bereits darauf achtete, abends mal Yoga zu machen, zu lesen und bewusst zu entspannen. Ich zweifelte mittlerweile auch immer mal wieder an mir selbst und fragte mich, ob ich mir das tatsächlich einreden kann und ich nicht mehr alle Latten am Zaun habe. Nein, mir war wirklich kotzübel. Und so ließ ich haufenweise Geld bei der Heilpraktikerin, bei der Schulmedizin und in der Apotheke – ohne spürbare Besserung.

So leidet mein Alltag

Ich hatte nun auch keine Lust mehr auf überfüllte Wartezimmer, das Erzählen meiner Never-Ending-Story und Fragezeichen im Gesicht des Mediziners. Ich wollte auch keine Diagnose mehr. Ich wollte einfach, dass es mir gut geht. Dass die Übelkeit weggeht. Mein Alltag ist dadurch so eingeschränkt und ich will einfach nur normal leben können. Ich will nicht immer über das Essen nachdenken müssen und nicht immer hoffen müssen, dass ich den Tag überstehe. Ich will ins Kino gehen, ohne mir darüber Gedanken zu machen, was ich mache, wenn mir schlecht wird. Ich will zum Friseur gehen können und mit meiner Familie ins Café. Das Dumme ist ja, dass Dir wirklich schlecht wird, wenn Du denkst, Dir könnte schlecht werden. So eine Art selbsterfüllende Prophezeiung.

Diagnose: Nahrungsmittelunverträglichkeit

Einer meiner letzten Versuche war die Physiotherapeutin. Dr. Google sagt, dass Übelkeit auch von Problemen im Rücken und den Bandscheiben kommen kann und so machte ich dort einen Termin. Mein Rücken war auch wirklich nicht so fit wie er sein könnte, aber ich bekam einen viel wertvolleren Tipp. Denn meine Physiotherapeutin hatte einige Zeit selbiges Problem. Sie hat mir einen Arzt empfohlen, der ihr geholfen hat. Da war sie wieder: die Hoffnung. Die Hoffnung, doch noch eine Diagnose zu finden und endlich was dagegen tun zu können. Ich muss gestehen, der Termin war freaky: ich erzählte natürlich zum trölfzigsten Mal meine Geschichte und der Arzt sagte nur ganz ruhig: „Ich kann ihnen helfen.“ Er vermutete schon direkt am Anfang, dass es doch vom Essen kommt, aber eben nicht so etwas „einfaches“ wie beispielsweise Laktoseintoleranz ist. Ich sollte mich hinlegen und er testete mich aus – mit Schwingungen, die mein Körper sendet. Mein erster Gedanke: „Dafür bin ich jetzt hier !? Das glaubt der doch selber nicht…“

Die Therapie

Aber ich sag´ Euch was: dieser Arzt ist ein Genie ! Er hat festgestellt – fragt mich nicht, wie er das gemacht hat – dass ich eine Unverträglichkeit gegen einige Konservierungsstoffe habe. Das Blöde daran ist, dass sehr viele dieser Stoffe nicht deklarierungspflichtig sind. Sprich: der Hersteller muss auf der Verpackung nicht abgeben, dass dieser Stoff enthalten ist. Das macht es natürlich um einiges schwerer. Aber ich hatte eine Ursache. Als Therapie bekam ich die erste Akupunktur-Sitzung und Globulis zum Sensibilisieren und Tropfen gegen die Angst. Gegen das zu viel darüber Nachdenken. Glücklich ging ich nach Hause.

Dieser Termin ist jetzt vier Wochen her und es geht mir gut. Natürlich sind meine  Beschwerden nicht zu 100% weg und ich achte sehr darauf, was ich esse, aber die Übelkeit ist sehr viel besser geworden. Die meiste Zeit geht es mir richtig gut, ab und zu kommt sie im Hintergrund und in den vier Wochen hatte ich nur einen schlechten Tag. Nächste Woche steht nochmal eine Sitzung Akupunktur an und ich freue mich sehr, meinem Arzt berichten zu können, wie gut es mir geht.

Lasst Euch nicht entmutigen, wenn Ihr ein gesundheitliches Problem habt und Euch zunächst niemand helfen kann. Gebt nicht auf und stellt Euch anderen Ärzten vor. Früher oder später wird es jemanden geben, der Euch helfen kann.

Alles Liebe,

Berenice

 

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3 Comments

  • Meine 8 Grundregeln des Clean Eating - Phinabelle

    […] Woche habe ich davon berichtet, wie meine Nahrungsmittelunverträglichkeit festgestellt wurde. Der Weg zur Diagnose war lang und steinig und ich habe vieles selbst […]

  • Jenny

    Ich weiß gerade nicht, ob ich dich beglückwünschen, oder bemittleiden soll. So eine Diagnose wünscht man echt niemandem :l Aber immerhin hast du jetzt eine. Wenn man es ganz positiv sehen möchte: wirklich sorgfältig auf die Ernährung zu achten ist gut und wichtig und zahlt sich auf alle Fälle aus und Konservierungsstoffe weg zu lassen schadet dir ganz gewiss nicht. Also viel Glück bei der Genesung und beim Rumprobieren! (:

    • Phinabelle

      Vielen Dank ! Ich sehe es positiv, denn ich kann aktiv etwas dagegen tun 🙂
      Liebe Grüße, Berenice

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