Allgemein Wie war´s bei uns ?

Unser Wunsch nach Vereinbarkeit

Heute möchte ich Euch etwas zu Punkt 4 unserer Wünsche und Ziele 2017 erzählen: die liebe Arbeit. Viele von Euch sind gerade in Elternzeit und kehren irgendwann wieder ins Berufsleben zurück, anderen steht dieser Schritt gerade bevor.

Auch wir müssen aktuell entscheiden, wie es mit der Arbeit weitergeht, denn es stehen Veränderungen an: die Kleine hat ab April einen Krippenplatz, die Große ist ab August ein Schulkind. Da wir uns gegen die Ganztagsschule entschieden haben – dazu gibt es noch einen extra Post – muss sie früher geholt werden als jetzt. Doch zunächst zu meiner bisherigen Erfahrung mit der Vereinbarkeit…

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Früher unmöglich, heute machbar: das Kind begleitet mich zur Arbeit

Meine Große kam mit 16 Monaten in die Krippe und ich hatte somit die Möglichkeit, wieder arbeiten zu gehen. Zu diesem Zeitpunkt war ich im Einzelhandel beschäftigt. Ich hatte seit zwei Monaten die Zusage, dass es kein Problem sei, wenn ich während der Elternzeit arbeiten möchte. Also meldete ich mich ein paar Wochen vorher, um Neuerungen zu erfahren und meine Arbeitszeiten zu besprechen.

„Also wenn Sie nicht um 6:00 Uhr anfangen können… das ist schlecht.“

Mein damaliger Chef ist dreifacher Vater und sollte sich denken können, dass es für mich unmöglich ist, so früh zu beginnen – zumal ich es einige Male bereits gesagt hatte. Was damals „alles kein Problem“ war ist jetzt ein No-Go. Schön. Ich hatte Betreuungszeiten zwischen 8:00 und 16:00 Uhr, was ich durchaus flexibel finde. Der Chef nicht.

„Leider müssen wir Ihnen mitteilen, Sie während Ihrer Elternzeit nicht beschäftigen zu können. Aber wir freuen uns, Sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder begrüßen zu dürfen.“

Zu einem späteren Zeitpunkt ? Quasi in 1,5 Jahren ? Am Arsch. Ich habe mich entschieden, einen neuen Job zu suchen. Denn wenn es jetzt schon losgeht mit der Arbeitszeit, dann weiß ich ja was mir blüht. Der Einzelhandel ist alles andere als familienfreundlich: Arbeitszeiten zwischen 6:00 und 22:00 Uhr, das Wochenende besteht nur aus Sonntag und in der besinnlichen Weihnachtszeit ist Urlaubssperre. Durch meine Aus- und Weiterbildung konnte ich locker in einem Büro anfangen und erhoffte mir dadurch doch noch Vereinbarkeit.

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So sieht es dann nach zwei Stunden aus…

Und ich hatte großes Glück: nicht nur, dass ich einige Wochen später eine Stelle fand… Die Stelle war und ist perfekt ! Seit vier Jahren arbeite ich nun als Verwaltungsangestellte im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Meine Arbeitszeit kann ich mir frei einteilen, von Montag bis Freitag, am besten vormittags. Mein Chef hat zudem vollstes Verständnis, wenn mal ein Kind krank ist oder die Kita streikt. Oder wenn die Kleine ab und zu mitkommen muss, weil keine der Omas Zeit hat. In meinem Büro richte ich dann eine kleine Spielecke ein und hoffe, dass ich einen Teil meiner Arbeit erledigen kann. Einfach ist das natürlich nicht, aber zur Not funktioniert es.

Ich kann allen nur raten, die persönliche Situation immer wieder zu hinterfragen. Ich habe beide Seiten kennengelernt: Arbeitgeber, die mit Worten wie Elternzeit, Arbeitszeitmodell und Vereinbarkeit nichts anfangen können. Und solche, die viel Wert genau darauf legen und es zu ihrer Philosophie gemacht haben. Es gibt viele Möglichkeiten und Wege mit denen beide Parteien zufrieden sind.

Denkt immer daran: Mütter sind bessere Arbeitnehmer, denn wo werden Flexibilität, Organisationstalent oder Belastbarkeit besser geschult als zuhause bei den Kindern !?

Alles Liebe,

Berenice

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  • mareikemami

    Liebe Berenice,
    in meinem letzten Beitrag habe ich darüber gesprochen, wie froh ich bin, dass ich inzwischen im Home Office arbeiten kann. Wie du hatte ich großes Glück und nach den Kindern einen richtig tollen Arbeitgeber gefunden.
    Da es eine Stiftung ist, die Kinern mit seltenen Lungenerkrankungen helfen will, bin ich so dreist und verlinke noch kurz und hoffe, dass es thematisch ok ist: http://www.starkelunge.de
    Ich sehe die mangelnde aber auch insgesamt sehr kritisch. Da muss dringend noch nachgebessert werden. Denn „reich heiraten“ kann ja wirklich nicht noch mal für 100 Jahre die Lösung all unsrer Probleme sein 😉
    Liebe Grüße
    Mareike

  • Tina

    Ja, es geht nicht überall. Ich habe da Glück. In meinem Beruf als Technische Zeichnerin geht das ganz gut. Ich habe eine recht flexible Teilzeit mit Gleitzeit und 20% der Arbeitszeit kann ich im Homeoffice machen. Davon können andere nur träumen. Sollte mal was dazwischen kommen, kann auch mein Mann mal spontan Homeoffice machen, oder es sind auch noch alle Großeltern in der Nähe. Stressig ist es trotzdem. Vorallem weil ich jemand bin, der nur sehr ungern um Unterstützung bittet. Und ab Herbst müssen wir auch mal sehen, wie wir das machen, denn da geht’s bei uns auch mit der Schule los. An meinen HO-Tagen ist das kein Problem. An den anderen müssen wir wahrscheinlich die Mittagsbetreuung in Anspruch nehmen.
    Irgendwie geht immer alles. Ich bin gespannt, wie wir in Zukunft die Ferien mit unserem Urlaub abdecken. Ich musste heute die Urlaubsplanung abgeben und da bin ich erschrocken, wieviele Wochen Schulferien es pro Jahr gibt.

    LG, Tina

    • phinabelle

      Liebe Tina,
      schön dass es bei Euch auch gut klappt. Ich frage auch sehr ungern nach Unterstützung – bin aber froh, sie zu haben. Ferien !? Da sagst Du was… Ich stand auch ziemlich planlos vor meiner Urlaubsplanung 🙂 Die Kita-Schließtage sind Luxus dagegen…
      Liebe Grüße, Berenice

  • momsfavoritesandmore

    Liebe Berenice,

    danke für deine Sicht auf das Thema Vereinbarkeit. Was mir aber, wie bei vielen Beiträgen, die ich dazu immer mal wieder lese, auffällt, ist, dass was du eigentlich sogar indirekt angesprochen hast… Vereinbarkeit gibt es eben nicht in allen Bereichen der Arbeitswelt. Und genau das ist, was ich immer wieder bemängele. Was macht denn die Mutter im Einzelhandel, die Krankenschwester, die Busfahrerin? Für sie ist Vereinbarkeit nur schwer zu realisieren, oft nur durch Dritte, wie Oma und Opa oder einern Partner, der flexibel ist. Und wenn es diese Personen nicht gibt? Beide Eltern zum Beispiel in Jobs tätig sind, die im Schichtdienst laufen? Da ist für mich einfach der Haken und die Vereinbarkeit am Ende nur ein Wort, was auf dem Papier steht, aber nicht gelebt wird. Mir ist es auch nicht möglich zu arbeiten, weil man Mann ständig unterwegs ist, wir keine Großeltern in der Nähe haben und diese Situation mit dem Lehrerjob einfach nicht kompatibel ist. Die Unterrichtszeit könnte man noch absichern, aber wann bereite ich Stunden vor, führe Elterngespräche oder korrigiere Arbeiten? Im Notfall ginge es sicher mit Babysittern o.ä., aber will man das? Dafür habe ich meine Kinder nicht bekommen!

    Liebe Grüße
    Sylvi

    • phinabelle

      Ja, ich bin da vollkommen bei Dir. Es hat sich in den letzten Jahren viel getan, aber in manchen Berufen ist es unmöglich. Leider… Kitaplätze gibt es auch nicht wie Sand am Meer und man muss wirklich abwägen. Ich bin aber auch lieber ganz zuhause als meine Kinder 8 Stunden in die Betreuung zu geben. Liebe Grüße…

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